Schriftliche Anfrage betreffend PFAS-Belastung in Gewässern und Fischen im Kanton Basel-Stadt

Medienmitteilung

Schriftliche Anfrage betreffend PFAS-Belastung in Gewässern und Fischen im Kanton Basel-Stadt

Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen (PFAS) sind eine grosse Gruppe synthetischer Chemikalien, die seit
Jahrzehnten in zahlreichen industriellen Anwendungen eingesetzt werden, etwa in Feuerlöschschäumen,
Kochgeschirr, Lebensmittelverpackungen, Beschichtungen, Textilien etc. Aufgrund ihrer
aussergewöhnlichen Stabilität bauen sich diese Stoffe in der Umwelt kaum ab und werden deshalb häufig
als «Ewigkeitschemikalien» bezeichnet. PFAS können sich in Böden, Gewässern und Organismen
anreichern und gelangen über die Nahrungskette auch in den Menschen. Da sich PFAS in Fischen
akkumulieren können, sind sie auch für die Fischerei und den Fischkonsum von Bedeutung. In der Schweiz
haben einige Kantone Fisch-Verkaufsverbote und Konsumempfehlungen ausgesprochen (Zuger- und
Hallwilersee). Im Kanton St. Gallen wurden Abschnitte einiger Gewässer nicht mehr verpachtet und im
Kanton Wallis wurde im Stockalperkanal ein Fangverbot erlassen. Auch in der Region Basel-Stadt / Basel-
Landschaft bestehen Empfehlungen, selbst gefangenen Fisch aus regionalen Gewässern nur
eingeschränkt, respektive höchstens einmal im Monat zu konsumieren. Im Kanton Basel-Stadt bestehen
Wissenslücken bezüglich der PFAS-Belastung von Gewässern und Fischen sowie möglicher
Eintragsquellen. Diese stellen eine grosse Herausforderung dar1. Die Beispiele zeigen, dass PFAS bereits
heute konkrete Auswirkungen auf unsere Gewässer und die Fischerei haben. Der Regierungsrat wird daher
gebeten, folgende Fragen zu beantworten:


– Welche Daten liegen explizit im Kanton Basel-Stadt zur Belastung von unseren
Oberflächengewässern (Weiher und Flüsse), dem Grund- beziehungsweise Trinkwasser mit PFAS
vor?


– Wurde die in der Beantwortung der Interpellation (24.5147.02) geplante Methodenentwicklung um
PFAS in Gegenständen zu bestimmen und somit den Eintrag der persistenten Stoffe in die Umwelt
zu überwachen durch das Amt für Umwelt und Energie zwischenzeitlich umgesetzt?


– Wurden im Kanton bereits Untersuchungen zur PFAS-Belastung von Lebensmitteln (Trinkwasser,
Milch, Eier, Fleisch, Fisch) durchgeführt? Falls ja: Welche Ergebnisse liegen vor?

– Falls bisher keine oder nur begrenzte Untersuchungen durchgeführt wurden: Plant der Kanton Basel-
Stadt entsprechende Untersuchungen?


– Welche potenziellen PFAS-Eintragsquellen in Gewässer sind im Kanton bekannt (z.B.
Feuerlöschübungsplätze, Industrieanlagen, Deponien oder Kläranlagen)?


– Welche Massnahmen werden im Kanton Basel-Stadt ergriffen, um PFAS-Einträge in Gewässer zu
reduzieren oder bekannte Belastungsquellen zu sanieren?


– Wie beurteilt der Regierungsrat mögliche Risiken für den Fischkonsum aus kantonalen Gewässern?


– Welche Informationsmassnahmen gegenüber Bevölkerung, Fischerei und Konsumentinnen und
Konsumenten sind vorgesehen, falls erhöhte PFAS-Belastungen in Lebensmitteln festgestellt
werden?

 

Brigitte Kühne


1  ) Weber, S. et al. (2025). PFAS in Fischen aus Flüssen beider Basel. Aqua & Gas.
https://www.aquaetgas.ch/de/wasser/gew%C3%A4sser/20250310-ag03-pfas-in-fischen-aus-fl%C3%BCssen-beider-basel


BKü Schriftliche Anfrage betreffend PFAS-Belastung

Schriftliche Anfrage betreffend PFAS-Belastung – Antwort des Regierungsrats