Die mediale Berichterstattung zeigt, dass im Jahr 2025 in Basel-Stadt erneut ein Anstieg der entfernten Graffiti
festgestellt wurde. Die entsprechende Kennzahl lässt jedoch offen, um welche Art von Graffiti es sich konkret
handelt. Weiter ist zu lesen, dass die Statistik lediglich bis ins Jahr 2024 reiche. Man registriere jedoch eine
Zunahme. Für Hausbesitzer und Anwohnende ist es ärgerlich, wenn die Gebäude durch Sprayereien verunstaltet
werden, obwohl der Aufwand für die Entfernung der Sprayereien durch den Kanton vergütet wird. Im Jahr 2025
wurden 12 % mehr Graffiti als im Vorjahr entfernt. Im Weiteren wird berichtet, dass ein Ladenbesitzer eine
Belohnung für das Aufspüren eines Sprayers ausgesetzt habe. Anhand des ‘Tags’ könnte er identifiziert werden.
Das sind unerfreuliche Verhältnisse.
Die Verwaltung setzt den politischen Willen zwar um und hält die Hauswände unter steigenden Kosten sauber.
Die in der Anzugbeantwortung zum Anzug Urgese/Hochuli (22.5084.02) im Oktober 2023 skizzierten
Präventionsmassnahmen zeigen kaum Wirkung und es ist fraglich, ob die Stadtreinigung, wie beschrieben,
‘konsequent Strafanzeigen macht’. Es scheint, als würden zur Verhinderung von Sprayereien nicht alle Mittel
ausgeschöpft.
Im Weiteren wurde berichtet, dass vermehrt Sprayereien mit politischem Hintergrund, teils diskriminierendem
Inhalt festgestellt werden. Für eine sachgerechte politische Beurteilung ist es zentral, zu verstehen, ob es sich
dabei überwiegend um einfache Schriftzüge („Tags“), grossflächige Schriftbilder („Pieces“), künstlerische
Darstellungen oder andere Formen handelt. Ebenso ist von Interesse, welche Motive und Inhalte dominieren (z.
B. politische Botschaften, Fussballbezüge, persönliche Signaturen etc.).
Vor diesem Hintergrund bittet der Unterzeichnende den Regierungsrat, folgende Fragen zu beantworten:
1. Verfügt der Kanton Basel-Stadt über eine systematische Erfassung der entfernten Graffiti nach Typologien
(z. B. Tags, Pieces, Murals, politische Botschaften etc.)?
2. Falls ja: Wie verteilen sich die im Jahr 2025 entfernten Graffiti prozentual und absolut auf diese
Kategorien?
3. Falls nein: Aus welchen Gründen wird bislang auf eine solche Differenzierung verzichtet?
4. Können Aussagen zu den inhaltlichen Motiven gemacht werden (z. B. Anteil politischer Botschaften, Fan-
Graffiti, künstlerische Werke etc.)?
5. Welche Kosten entstehen durchschnittlich pro Entfernung je nach Graffiti-Typ (z. B. Tag vs. grossflächiges
Werk)?
6. Werden die «Werke» vor der Entfernung dokumentiert, um bei allfälligen Fahndungserfolgen die schon
entfernten Tatobjekte den ermittelten Tätern zuordnen zu können?
7. Bestehen Unterschiede hinsichtlich Häufigkeit und Kosten nach Stadtgebieten oder Quartieren?
8. Welche Massnahmen prüft der Regierungsrat, um zwischen unerwünschtem Vandalismus,
diskriminierendem bzw. rassistischem Inhalt und potenziell künstlerisch wertvollen Formen von Urban Art
differenzierter zu unterscheiden?
Niggi Daniel Rechsteiner
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